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Stefanie Mölle-Schröppel: Wie das Traditionsunternehmen Mölle das „ö aus Mölle zur Marke gemacht“ hat

Interview bei aboutdrinks vom 09.04.2015

Im Jahr 1929 entschlossen sich Karl und Helmine Mölle, die in einer Abfüllerei für alkoholfreie Getränke arbeiteten, diese Firma zu übernehmen. Beiden wussten damals nämlich bereits: „Getrunken wird immer!“ – und Limonaden kamen zu dieser Zeit gerade richtig in Mode.

Bis ins Jahr 2015 hat das Familienunternehmen viel erlebt: eine neue Abfüllerei in Nördlingen entstand, man füllte dort große Marken wie Sinalco, Afri-Cola oder Bluna ab. Leider machten ein immer größer werdender Limonadenmarkt und die damit einhergehende teils sehr agressive Preispolitik Mölle das Leben aber auch immer schwerer. Mittlerweile wird das Familienunternehmen in der vierten Generation geführt, im letzten Jahr hat man das „ö aus Mölle zur Marke gemacht“ und rückt damit seine Erfahrung und hochwertige Limonaden nun in den Mittelpunkt.

 

Geschäftsführerin Stefanie Mölle-Schröppel erzählt im Interview alles über die Mölle-Produkte, die 85-jährige Geschichte des Unternehmens sowie die Themen Gemeinwohl und Nachhaltigkeit.

Die Geschichte von Mölle geht bis ins Jahr 1929 zurück. Erzählen Sie uns, wie alles begann!
Stefanie Mölle-Schröppel: Vor über 85 Jahren hat mein Urgroßvater Karl Mölle mit seiner Frau Helmine in einer Abfüllerei für alkoholfreie Getränke gearbeitet. Limonaden kamen damals gerade groß in Mode und 1929 beschlossen die beiden, die Firma zu übernehmen. Das hat ihnen wohl viel Spaß gemacht, aber es hat natürlich auch Mut erfordert. Der Lieblingsspruch war damals: „Getrunken wird immer!“

Seitdem hat sich natürlich viel verändert!
Stefanie Mölle-Schröppel: Ja, allerdings. Nach dem zweiten Weltkrieg und dem frühen Tod meines Urgroßvaters im Jahr 1949 mussten die Kinder das Unternehmen in die Zukunft führen. In den 60er-Jahren hat mein Opa dann in eine neue, damals sehr moderne Abfüllerei investiert. In Nördlingen haben wir zu dieser Zeit schon bekannte Lizenzmarken abgefüllt wie Sinalco, Chabeso oder Frucade und viel über die Limonadenherstellung gelernt. Man hat sich an der Nachfrage und dem Markt orientiert und war immer vorne dabei, was Innovationen und neue Sorten anging. Als mein Vater 1989 den Betrieb übernahm, füllten wir in Nördlingen bekannte Marken wie Afri-Cola, Bluna oder VC in Nördlingen ab und alles lief prächtig. Doch in den letzten beiden Jahrzehnten hat sich der Limonadenmarkt drastisch verändert. Discounter und globale Marken begannen, aggressive Preiskämpfe zu führen und kleine Familienunternehmen wie unseres kamen zunehmend unter die Räder.

Zum 85-jährigen Firmenjubiläum haben Sie nun das „ö aus Mölle zur Marke gemacht“. Wie ist das zu verstehen?
Stefanie Mölle-Schröppel: Dahinter steckt der Wunsch, mit unserer langjährigen Erfahrung in der Produktion hochwertiger Limonaden nun endlich der Eigenmarke Mölle die verdiente Aufmerksamkeit zu schenken. Unser neues Leitmotiv ö ist jetzt auf allen Etiketten zu sehen. Das ö fällt auf, es ist einfach, prägnant, witzig und naheliegend. Unsere Firma heißt schließlich Mölle und mein Mann, der all unsere Limonaden kreiert, heißt Alexander Schröppel. Und wir alle kommen aus Nördlingen – das aus der Luft betrachtet übrigens kreisrund ist. Wie ein ö!

Welche Produkte umfasst das ö-Portfolio?
Stefanie Mölle-Schröppel: Im Zentrum steht die LIMÖ-Linie, ein „klassisches“ Limonaden-Sortiment. Das sind Limonaden, die wir nach altem, hauseigenem Manufakturrezept herstellen – mit hoher Qualität und einem großen Aromenspektrum. Neben Klassikern wie Zitrone, Orange oder unserer Cola, in der eine Menge Erfahrung steckt, bieten wir frische Varianten wie Zitrone-Grape oder Sauerkirsch, aber auch völlig neue Limonaden für Entdecker mit Fruchtaromen, die in Deutschland noch weitgehend unbekannt sind: wie Guanabana, Yuzu oder der Andenbrombeere Mora. Sehr stolz sind wir auf die BIOLIMÖ-Linie: Die Sorten Zitrone-Minze, Cassis-Himbeere und Schlehe-Hagebutte stellen wir ohne Zusatz von Aromen, Farb- und Konservierunsstoffen aus biozertifizierten Direktsäften her und verwenden zur Süßung statt Zucker Bio-Agavendicksaft. Das bietet ein überraschendes Geschmackserlebnis für Limonaden-Gourmets: nicht so aufdringlich pappig-süß wie viele Newcomer-Limonaden, sondern fruchtig-süß mit gut ausbalancierter Säure und langem Aromanachhall.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wie genau unterscheiden Sie sich von Anderen?
Stefanie Mölle-Schröppel: Abgesehen von den exotischen LIMÖ-Sorten und der BIOLIMÖ ist auch unsere SCHÖRLE-Linie einzigartig. Dahinter steckt ein einfacher Gedanke: Wir wollten eine alkoholfreie Traubenschorle für Gourmets und Genießer, die durch ihren Geschmack auch Weinfreunde begeistert. Von den Top-Winzern Christian und Matthias Runkel aus dem rheinhessischen Appenheim, die mit ihrem Vinum Top 100-Weingut Bischel neue Wege gehen, haben wir 2013er Müller-Thurgau-Traubensaft bezogen, den wir mit unserem Wasser H2ÖÖ zu einer außergewöhnlichen Traubenschörle ausmischen – exklusiv und limitiert. Und in diesem Jahr werden wir noch die Produktlinie HÖRBIE präsentieren: eine neue Generation von Erfrischungsgetränken auf der Basis hausgemachter Auszüge aus Kräutern, Blüten und anderen feinen Zutaten.

Alle Mölle-Getränke sind „harmonisiert“ und „energetisiert“. Was genau hat man sich darunter vorzustellen? 
Stefanie Mölle-Schröppel: Das Thema Wasser beschäftigt uns intensiv. Wir haben schon vor Jahren damit begonnen, unser Tafelwasser H2ÖÖ, das die Basis aller Mölle-Getränke bildet, zu energetisieren und harmonisieren, was es auffallend weich und sanft schmecken lässt. Viele Wasserforscher nehmen ja an, dass Wasser je nach Umgebung seine innere Struktur verändern kann. Das kann man wissenschaftlich bislang noch nicht beweisen, aber wir nutzen diese mögliche Sensibilität zur Harmonisierung und haben deshalb die Begriffe „Liebe“ und „Dankbarkeit“, die unsere Werte definieren, auf die Etiketten gedruckt.  Den elementaren Teil der Energetisierung bilden speziell angefertigte Quanten-Energie-Resonanz-Kristalle (Q-ERK), die im Betrieb integriert sind. Fotos von Eiskristallen des Mölle-H2ÖÖ zeigen faszinierend komplexe Strukturen. Eines dieser Kristalle ist auf der Innenseite des Rückenetiketts aller Mölle-Getränke abgebildet.

Sie legen großen Wert auf eine nachhaltige und faire Produktion. Wie spiegelt sich das genau wider?
Stefanie Mölle-Schröppel: Wir wünschen uns eine Welt, in der man verantwortungsbewusst mit Ressourcen umgeht. Wir wollen unseren Teil dazu beizutragen und richten uns umweltfreundlich und nachhaltig in die Zukunft aus. Der Cradle-to-Cradle-Ansatz von Prof. Michael Braungart und Friedrich Schmidt-Bleeks „Ökologischer Rucksack“ sind Konzepte, die diesen Prozess begleiten. Auch das Thema Gemeinwohlökonomie beschäftigt uns intensiv. Faire Löhne sind das eine Thema, eine faire Preispolitik für alle Beteiligten in der Produktionskette das andere – und das leben wir konsequent jeden Tag. Wir rechnen beispielsweise keine Listungsgebühren, Gratiswaren zum „Einkaufen“ oder unnötige Werbekosten mit ein, so etwas gibt es bei uns nicht. Wir tauschen uns auch mit anderen „Kleinen“ der Branche aus und versuchen uns gegenseitig zu unterstützen, indem wir etwa Logistikwege zusammenzulegen, um CO2 zu sparen.

Wir möchten bis zum Ende der Kette eine faire Behandlung und da zählt auch der Endkunde dazu. Auch bei der Händler- und Gastronomiepartnerauswahl achten wir nicht auf Größe oder Umsatz, im Gegenteil. Hier ist uns der persönliche Kontakt wichtig und auch, dass der Händler zu uns passt. Wir sind Förderer der Slow-Food-Bewegung und verwenden Greenpeace-Energy-Strom. Mölle gibt es ausschließlich in umweltfreundlichen Mehrweg-Glasflaschen. Wir haben noch sehr viele Ideen und Pläne und wären in vielen Bereichen schon gerne ein paar Schritte weiter. Wir sind aber ein kleines Familienunternehmen und müssen Schritt für Schritt gehen – auf unserem eigenen Weg.

Wo wir gerade beim Thema „Weg“ sind: Über welche Distributionswege werden die ö-Produkte vermarktet?
Stefanie Mölle-Schröppel: Wir können einige Bereiche in Deutschland bereits abdecken. Wir arbeiten mit ausgewählten Händlern zusammen, die für uns die Logistik und Auslieferung übernehmen. Das ist sehr wichtig für uns, da wir in Mehrweg-Glas in den Gebindegrößen 0,33 und 0,5 abfüllen und eine Rückführung wichtig ist. Wir versuchen, die Logistik mit anderen Marken zusammenzulegen, das heißt, Händler können bei uns auch andere von uns abgefüllte Marken an der Rampe erhalten, was es für alle auch etwas attraktiver und logistisch besser macht. Wir freuen uns immer über neue Anfragen und Kontakte und auf ein persönliches Gespräch.

Welche Kommunikationsmaßnahmen nutzen Sie bei der Vermarktung der Produkte? Was machen Sie im Social-Media-Bereich?
Stefanie Mölle-Schröppel: Davon abgesehen, dass wir keine fetten Werbeetats zur Verfügung haben – wir wollen kein Strohfeuer abbrennen! Wir richten den Neustart unserer Marke Mölle auf Nachhaltigkeit aus. In der ersten Phase des Neustarts haben wir vom Kreativnetzwerk „Sehen was kommt“ des Fotografen Claus Geiss eine visuelle, emotionale Bildwelt kreieren lassen, die die Story unserer Marke erzählt. Die dabei entstandenen Bilder  und Texte sind die Basis für hochwertige, einzigartige und überraschende Werbe- und Kommunikationskanäle wie Webseite oder Produktkatalog. In der zweiten Phasen der Kommunikation werden dann natürlich auch diverse Social-Media-Kanäle bespielt werden – aber natürlich Mölle-like.

Wie geht es nach dem Firmenjubiläum weiter? Was ist für 2015 noch geplant?
Stefanie Mölle-Schröppel: Seit April bereichern zunächst fünf neue Sorten unser Sortiment, das freut uns ganz besonders. Auch Vorträge sind geplant, um den Menschen die Bedeutung der wichtigen Resource Wasser bewusst zu machen. Wir werden bei einigen ausgewählten Events und Messen zu finden sein, werden versuchen, noch mehr ö-Fans zu finden und gehen weiter unseren Weg in Sachen Gemeinwohl und Nachhaltigkeit. Immer offen sein, sich austauschen, verändern, Spaß haben an dem, was man tut. Das ist, was uns täglich antreibt und das geht nur, wenn man authentisch ist und seine Überzeugungen lebt.

Geben Sie unseren Lesern zum Schluss einen Tipp: Welches der Ö-Produkte sollte im Sommer in keinem Kühlschrank fehlen? ;-) 
Stefanie Mölle-Schröppel: Unbedingt versuchen: unsere neue SUPERFRUCHT Yuzu für Fans zitronig-frischer Limonaden – und natürlich die unfassbar leckere neue BIOLIMÖ Mango-Maracuja.

Tags: Interview, Stefanie Mölle, aboutdrinks